Tel: +41 44 520 36 00 Email: mail@possover.com

Mesh-Komplikationen


MESH-KOMPLIKATIONEN
MESH-ENTFERNUNG & LAPAROSKOPISCHE NERVEN-FREIPRÄPARATION

Jeder Eingriff im Bereich des Beckens setzt den Patienten dem Risiko einer Nervenverletzung aus. Auch wenn Berichte über die Chirurgie an den Beckennerven in der aktuellen Literatur nur selten zu finden sind, wird die Rate solcher Verletzungen der Beckennerven stark unterschätzt. Schädigungen während des Eingriffs geschehen bei der Koagulation, beim Nähen, durch Ischämie oder Schnittverletzungen und verursachen Gefühlsirritationen, Schmerz und Dysfunktionen, die sofort nach dem Eingriff auftreten oder etwas verzögert nach einigen Tagen.

Im Gegensatz dazu entwickelt sich eine Nervenkompression durch Narbengewebe (Fibrotic Entrapment) oder ein vaskuläres Entrapment normalerweise im Lauf mehrerer Monate oder sogar Jahre. Die Implantation von Mesh-Material, Nähte oder Hämatome/Abszesse nahe der Nerven stellen für beide Arten des neuropathischen Schmerzes ein Risiko dar. Die transvaginale Fixierung der Scheidenmanschette ist eine klassische Prozedur, die ein hohes Risiko birgt für eine Verletzung des Nervus pudendus durch direkte Läsion während der Vernähung des Ligamentum sacrospinosum, aber auch durch ein Entrapment, wenn sich ein Hämatom oder Abszess entwickelt. Auch neuere Eingriffsmethoden, die Mesh-Material für die Fixierung der Beckenorgane (Vagina, Uterus, Darm) am Kreuzbein nutzen, können für den Patienten ein höheres Risiko der Nervenschädigung bedeuten. Da sich der Schmerz und die Dysfunktion bei Nervenverletzungen während der Operation direkt nach dem Eingriff entwickeln, ist eine mögliche chirurgische Komplikation sowohl für den Chirurgen als auch für den Patienten frühzeitig erkennbar. Dies führt normalerweise zur Re-Operation und damit möglicherweise zur ätiologischen Behandlung. Beim fibrotischen Entrapment der Beckennerven ist die Situation bedeutend schwieriger. Da der Schmerz erst nach mehreren Monaten oder Jahren auftritt, ist der Zusammenhang mit dem Eingriff nicht offensichtlich. Die Diagnose wird dadurch erschwert, dass der neuropathische Schmerz nicht im Becken lokalisiert ist, sondern weiter entfernt im Rücken, Gesäss, in der Pudendusregion oder den unteren Extremitäten. All diese Schmerzstellen werden üblicherweise mit orthopädischen oder neurochirurgischen Ursachen in Verbindung gebracht.

Chirurgische Eingriffe mit Mesh-Implantationen per vaginalem Zugang bei vaginalem Prolaps scheinen die Patienten einem erhöhten Risiko für ein fibrotisches Entrapment auszusetzen, besonders beim Einsatz neuer Geräte, die für das Blind-needle-Driving und für die minimale Dissektion bei der vaginalen Implantation entwickelt wurden. Denn wenn dabei eine Blutung auftritt und Hämatome nicht behoben werden können, besteht die Gefahr, dass sich noch mehr fibrotisches Gewebe entwickelt. So führt die Technik der laparoskopischen Mesh-Implantation zu Verletzungen durch die Operation und zu fibrotischem Entrapment der Beckennerven, die sich innerhalb der Beckenhöhle befinden.

Neuropathischer Schmerz durch Läsionen der Beckennerven wird als “brennender Schmerz” (Allodynie) oder “elektrischer Schmerz” beschrieben und hat seinen Ursprung im dorsalen Teil des Oberschenkels, in der Perianal-/Genitalgegend und der perinealen Gegend, dem Gesäss, dem unteren Rücken, der Innen- oder Aussenseite der Oberschenkel. Eine Läsion des Nervus pudendus selbst verursacht einen isolierten Pudendalschmerz, normalerweise einseitig und ohne Inkontinenz – solange der Pudendus nicht beidseitig beeinträchtigt ist. Fibrotisches oder vaskuläres Entrapment führt zu sexueller Dysfunktion, Hyperaktivität oder Hypersensitivität der Blase und/oder des Darms, während die chirurgische Nervenschädigung zu Urin-/Fäkalinkontinenz oder zum Blasenverhalt führt (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren).

Wird eine Beckennervenverletzung diagnostiziert, ist eine gründliche klinische Evaluation und eine Präzisierung der Diagnose nötig. Ist der verletzte Nerv genau bestimmt, muss als nächster Behandlungsschritt eine laparoskopische Exploration in Betracht gezogen werden, die nicht nur eine genaue ätiologische Diagnose, sondern auch die Dekompression der Nerven und/oder die Implantation von Elektroden zur Neuromodulation bei Nervenverletzungen (weniger als 5 % der Patienten)ermöglicht.

Das Mesh kann, wenn nötig, laparoskopisch oder vaginal entfernt werden. Die laparoskopische Exploration muss dann so bald wie möglich durchgeführt werden, ehe Nervenschädigungen irreversibel werden und der Schmerz chronisch wird.

Das Possover International Medical Center ist stolz darauf, genaue Diagnosen zu stellen und die neuesten invasiven Techniken zu benutzen, um das Mesh zu entfernen und dem Patienten Erleichterung zu verschaffen. Prof. Possover ist einer der wenigen Operateure weltweit, der Mesh laparoskopisch entfernen kann.