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Neuropelveologie


Die Neuropelveologie – Entdeckung der Beckennerven

Das Becken ist nicht nur der anatomische Ort, an dem sich verschiedene Organe wie die Blase, das Rektum und die Fortpflanzungsorgane befinden, sondern es enthält auch die Beckennerven. In keinem anderen Teil des Körpers, außer dem Gehirn und dem Rückenmark, finden sich so viele wichtige Nerven. Die Beckennerven spielen eine bedeutende Rolle bei der Kontrolle der Sexualfunktionen, der Ansammlung und Ausscheidung von Urin und Kot, der Bewegung und dem Gefühl in den Beinen. Verletzungen an diesen Nerven können daher zu Fehlfunktionen in allen genannten Bereichen führen.
Im Allgemeinen wird die Anzahl der Patienten, die an Fehlfunktionen der Beckennerven leiden, stark unterschätzt.

Ein Neuropelveologe beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung von Verletzungen und Fehlfunktionen der Beckenorgane, nicht nur mit der hyperaktiven Blase, der Urin- und Stuhlinkontinenz oder dem Harnverhalt, sondern auch mit

  • neuropathischen Beckenschmerzen (Genitalschmerz, Leistenschmerz, Pudendalschmerz, Rücken- und Ischiasschmerz etc.)
  • sexuellen Störungen bei Frauen und Männern
  • dem Verlust der Rückenmarksfunktionen nach Rückenmarksverletzungen
  • Beckenknochen- und Beckennerventumoren (Teratome, Schwannome, Osteochondrosarkome etc.).

Die Laparoskopie ermöglicht die nervenschonende Operation an den Beckennerven

Für die Laparoskopie wurden spezielle, hochauflösende Videokameras entwickelt, die eine besondere Vergrösserung erlauben. Die Entwicklung mikrochirurgischer Instrumente wurde somit vorangetrieben.

Dank dieser Entwicklung sind heutzutage alle Beckennerven laparoskopisch erreichbar. Nervsparende Operationstechniken wurden mit dem Ziel entwickelt, die Funktionen von Blase, Darm und Sexualorganen zu erhalten.

 

Eine neue Methode für Patienten mit Beckennervenschmerzen

Neurochirurgische Interventionen zur Behandlung von Nervenleiden (Nerven ausserhalb des Gehirns und Rückenmarks) können nun laparoskopisch durchgeführt werden. Nervendekompression (Druckentlastung), Neurolyse (Befreiung der Nervenhülle) und Nervenrekonstruktion sind sichere und effektive Methoden zur Behandlung von neuropathischem Beckenschmerz. Der laparoskopische Zugang ermöglicht gleichzeitig die Diagnose und die Behandlung der Ursache für den neuropathischen Beckenschmerz.

 

Weltweit führender Chirurg
der Becken-Laparoskopie

Univ.-Prof. Dr. med. Marc Possover
Der Gründer und Pionier der Neuropelveologie

Das LION-Verfahren hat die Behandlung der hyperaktiven Blase, der Inkontinenz und sexueller Probleme revolutioniert

Die Neuromodulation – die gefahrlose Anwendung von Elektrizität an den Nerven – ist auch ein geeignetes Mittel zur Behandlung von Patienten mit Nervenfehlfunktionen im Beckenbereich. Die Methode, bekannt als LION Procedure (Laparoscopic Implantation Of Neuroprothesis) ermöglicht es dem Chirurgen, eine Elektrode direkt an dem betroffenen Beckennerv zu platzieren.

Die LION-Prozedur ist die erste Technik, welche die selektive Platzierung von Elektroden an bestimmten Beckennerven erlaubt, um diese gezielt elektrisch zu stimulieren.

Die LION-Prozedur am Nervus pudendus eignet sich zur Behandlung der hyperaktiven Blase sowie der Urin- und Stuhlinkontinenz – besonders bei gleichzeitigem Auftreten. Da der Genitalnerv sowohl die Sexualfunktion als auch die Erektion von Klitoris und Penis steuert, verbessert die GNS (Genitalnerven-Stimulation) die sexuelle Befriedigung bei Patienten beiderlei Geschlechts deutlich.

 

Das LION-Verfahren hat die Behandlung von querschnittgelähmten Patienten revolutioniert

Bei Patienten mit Querschnittlähmung werden Elektroden und ein wiederaufladbarer Pacemaker laparoskopisch in den Körper eingebracht. Der Pacemaker liefert den elektrischen Strom, den die Elektroden für eine Muskelbewegung benötigen. Die Nerven, die die glutealen Muskeln (Gesässbacken) innervieren, werden stimuliert, um das Becken zu stabilisieren, und diejenigen, die die Femoralmuskeln (Oberschenkel) kontrollieren, werden stimuliert, um eine Streckung der Kniegelenke und dadurch eine Beinstreckung auszulösen. Einzelne Schritte werden ausgeführt, indem der Rumpf rotierend bewegt und anschliessend das Knie gestreckt wird.

Die einzelnen Parameter und unterschiedlichen Stimulationsprogramme steuert der Patient selbst über eine Fernbedienung. Dies erlaubt es dem Patienten, selber zu entscheiden, in welcher Intensität er trainieren möchte.

Eine direkte Muskelstimulation verursacht ruckartige, spastische Bewegungen, weil eine „ganz oder gar nicht“-Muskelkontraktion erzeugt wird.

Die indirekt auf die Muskeln wirkende Nervenstimulation erzeugt dagegen harmonische Bewegungen, wirkt behutsamer auf die Sehnen und Gelenke und beugt einer vorzeitigen Ermüdung der Muskulatur vor. Diese Art der Bewegung erfordert genügend Kraft in den Unterarmen, um den Oberkörper zu stabilisieren. Seit der Einführung dieser neuen Technologie haben Forscher herausgefunden, dass die Nervenstimulation das Potenzial besitzt, das Nervenwachstum und damit die erneute Verbindung der Nervenfasern zu fördern.